Wein ohne Schnick-Schnack

Eigentlich haben wir uns dem Genuss und der Geschmacksvielfalt von Kaffee verschrieben. Nun nehmen wir aber die von Bio- Wein-Online organisierte Weinrallye #73 “Wein ohne Schnick-Schnack” zum Anlass, unsere Wünsche an eine gute Flasche Wein zu veröffentlichen. Das Ganze ist gar nicht so verwunderlich, sind sich Kaffee und Wein doch nicht unähnlich.

Herkunft und Verarbeitung der Kaffeebohne bestimmen den Geschmack einer frisch zubereiteten Tasse Kaffee. Unsere Röster beziehen ihren Kaffee von Farmen, die auf die Gesunderhaltung des Bodens und die Qualität der Pflanzen und Bohnen achten, und rösten den grünen Kaffee besonders schonend. Das bedeutet Handarbeit, Fingerspitzengefühl. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Geschmackserlebnis.

Beim Wein erwarten wir nichts anderes. Ins Schwärmen bringen uns Weine, deren Aussehen, Geruch und Geschmack eine Geschichte zu erzählen vermag. Weine der Kategorie Massenware schmecken doch alle gleich, egal ob die Flasche 3, 6 oder 12 Euro kostet, irgendwie würzig, scharf (rot), fruchtig, spritzig (weiß), auf alle Fälle künstlich, leer und langweilig. Auf die Rebsorte legen wir keinen Wert. Auch nicht auf ein klares Bild. Oder denselben Geschmack jahrein, jahraus.

Wir wünschen uns Vielschichtigkeit, Abwechslung, Überraschung. Dazu braucht es keine aus Katalogen ausgesuchte Hefen, Enzyme oder gar Zusatzstoffe tierischer oder chemischer Herkunft. Wir wünschen uns Wein von Winzern, die respektvoll mit dem Boden und Pflanzen umgehen, die dem Wein Zeit geben zu reifen, sich zu entwickeln. Eben, ehrlichen Wein ohne Schnick-Schnack.

 

P.S. Einen Eintrag über Kaffee werden wir an dieser Stelle sicherlich nachholen.

Tierfreitag

Den Fleischfreitag gibt es ja schon länger bei uns im ARTiSAN Schladming. Nun hat Katharina Seiser kürzlich den Begriff Tierfreitag ins Leben gerufen, der weiter geht als der Fleischfreitag. Viele der Punkte des Tierfreitags passen super gut zu unserer Philosophie. Daher wollen wir in Zukunft versuchen, die Rezepte unserer tierfreien Gerichte zu posten und mit “tierfreitag” zu taggen:

  • Wir kochen mit natürlichen Zutaten, ganz und gänzlich ohne Ersatzprodukte, Aromen oder Fertigmischungen.
  • Wir versuchen für unsere Mittagsgerichte am Freitag (und Mittwoch) nicht krampfhaft Fleisch (und auch andere Tierprodukte) wegzulassen oder zu ersetzen, sondern suchen uns interessante Rezepte aus aller Welt, die ohnehin rein pflanzlicher Natur sind.
  • Für unsere Mitttagsgerichte am Dienstag und Donnerstag bzw. unsere à la carte Gerichte kommt nur Fleisch von regionalen Landwirten in unseren Topf, die ihre Tiere mit Würde behandeln und auf Antibiotika, Impfungen, Kraftfutter und dergleichen verzichten: Hühnerfleisch vom Biobauernhof Kocher in Radstadt und Rindfleisch vom Possenhof in Schladming.

Unser erstes mit “tierfreitag”-getaggtes Rezept findet ihr hier.

Ei Ei

Vorher: Wir verwenden Eier mit einer “Null” vorne weg und wollen wissen, woher die Eier kommen, die wir verkochen, verbacken und verbraten.

Die Nummer hinter dem AT ist der Schlüssel und zeigt uns die sogenannte Landwirtschaftsbetriebsnummer. Diese identifiziert den Bauern. Der “Verein Österreichische Eierdatenbank” bemüht sich, den Link vom Ei zum Bauern herzustellen, hat aber nur beschränkt Zugriff auf die Daten, so finden leider auch wir  für unsere Eier nicht den dazugehörigen Bauern.

Wir schauen auf die Verpackung: hier steht ein Name und eine weitere Nummer. Ist das etwa der Name des Bauern, der unsere Eier von seinen Hühnern einsammelt? Unsere Recherchen ergeben, dass der Name nicht der Name des Bauern ist, sondern der des Verpackers. Die Nummer ist seine Zulassungsnummer, zum Verpacken. Wir können also nicht so einfach herausfinden, woher unsere Eier wirklich kommen.

Nachher: Wir suchen uns einen Bauern aus der Region. Einen Bauern unseres Vertrauens. Nun wissen wir, wo unsere Eier herkommen.

Orangensaft

Orangensaft, gerne schnell bestellt, wenn die Kellnerin wieder einmal zappelnd vor einem steht und wartet bis man endlich seine Getränkebestellung aufgibt.

Wir wollten für unsere Gäste sichergehen, dass sie im ARTiSAN Schladming hochwertigen und vor allem richtig guten Orangensaft bekommen. Daher haben wir blindverkostet, ausschließlich Bio-Varianten versteht sich: Frisch gepresst – spannend am Gaumen durch die kleinen Fruchtfäden, vom Geschmack her eher sauer und etwas leer. Konzentrat – fad, fahl, tod. Direkt gepresst im Herkunftsland – schön rund, süß, richtig fein.

Fazit: Nie wieder Konzentrat. Frisch gepresst nur da, wo Orangen auch wachsen. Direkt gepresst: der absolute Hammer. Und letzteres bekommt ihr im ARTiSAN Schladming.

Interessant: Warum Orangen eigentlich grün sind und wie sie entgrünt werden.